Nach über 30 Jahren in Unternehmen und unterschiedlichen Management-Funktionen war es eine „Sternstunde“ für mich im letzten Jahr in die Welt von „Positive Leadership“ einzutauchen. Sooooo stark ist die Prägung, sich mehr mit den Schwächen auseinander zu setzen als auf die Stärken zu schauen. Logisch, da sich die Wirtschaft über Produktivität definiert und die ständige Optimierung die volle Aufmerksamkeit des Managements auf sich zieht. Offensichtlich ist es fast ein Gesetz, daß man die Optimierung am besten erreicht, wenn man an den Schwächen arbeitet.

Was fürs Produkt gilt, gilt nicht…

Wenn z.B. ein Produkt nicht optimal funktioniert, ein Service bei Kunden für Verwirrung sorgt und ein interner Prozess nicht stimmt, dann sollte der natürlich sofort beseitigt werden! Der Effekt ist riesig, wenn das Problem gelöst wurde. Und aus Perspektive des Unternehmen gilt es vermutlich immer, auf diese Schwächen zu schauen und diese möglichst schnell zu beseitigen. Aber das heisst nicht automatisch, dass sich auch die Mitarbeiter mit den eigenen Schwächen auseinander setzen müssen. Ist nicht gerade die Arbeitsteilung eine der grossen Errungenschaften der Wirtschaft? Wie wäre es mit einer Stärkenteilung im Unternehmen?

Täglich grüsst das Murmeltier…und wird immer müder?

Es ist auch nicht grundsätzlich falsch an den Schwächen zu arbeiten. Nur muß man sich im Klaren sein, dass das meistens nicht so locker von der Hand geht. Wer sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, der kennt das aus eigenen Erfahrungen oder bei der Führungsarbeit mit Mitarbeitern: Man kommt immer und immer wieder an die gleiche Stellen hin. Die Fortschritte sind oftmals klein, sehr mühsam und mit einem sehr großen Aufwand verbunden. Für viele wird das dann eine Durststrecke, die viel Aufmerksamkeit, noch mehr persönliche Disziplin und externe Unterstützung erforderlich macht.

Der Pinguin in seinem Element

Eine ganz andere Perspektive entsteht, wenn wir führungsseitig über Positive Leadership an die Bausteine der Positiven Psychologie anknüpfen. Seligmann hat zur Jahrtausendwende wissenschaftlich die Grundlagen geschaffen, was unserem Wohlbefinden zuträglich ist. Und das sollte man auch auf das berufliche Umfeld übertragen, da wir damit 50% unserer Wachzeit verbringen. Man erkennt dann auch schnell, was unserem Wohlbefinden nicht zuträglich ist. Aus Sicht meiner eigenen Führungserfahrung finde ich den Ansatz über die 24 Kernstärken zu gehen sehr einleuchtend. Dabei hilft auch die Pinguin-Analogie. Er bewegt sich an Land mühsam und ziemlich hilflos. Hat Flügel, kann nicht fliegen und stolpert dafür am Ufer entlang. Bis zu dem Zeitpunkt in dem er in das Wasser eintaucht! Scheinbar mühelos gleitet er dort durch das Wasser. Ganz unterhaltsam bringt Eckart von Hirschhausen das in dem Video auf den Punkt. Die resultierende Frage könnte sein: Was ist denn mein Element?

Was tun, wenn meine Stärken nicht zu meiner Stelle passen?

Upppsss… ich erkenne, dass ich an der Stelle, an der ich aktuell bin, meine Stärken nicht einbringen kann?  Ist doch klar, da gibt es 2 Möglichkeiten: Ich passe die Stelle so an, dass sie besser zu mir passt. Oder ich suche mir eine Stelle, die besser zu mir passt. Das widerum ist vermutlich zu radikal gedacht!

Allein die Kenntnis von meinen Stärken bewirkt schon etwas bei mir und meiner Wahrnehmung. Plötzlich zu erkennen, warum mir die eine oder andere Aufgabe nicht so leicht von der Hand geht?  Vielleicht gibt es Möglichkeiten im Team, dort die Stärken von Kollegen einzubinden. Vermutlich gibt es genug Möglichkeiten, sich zusätzlich entlang von Stärken in dem Umfeld einzubringen. Heisst, es entstehen Möglichkeiten, seinen Alltag neu aufzumischen. Letztendlich gilt es später abzuwägen, ob ich mich mit der Mischung der Aufgaben wohl fühle und meinen Frieden finde. Durch die bessere „Ortskenntnis“ ist auf jeden Fall eine fundiertere Entscheidung möglich.

Positive Leadership – Alles nur Schönfärberei?

Das grösste Gegenargument, welches mir immer wieder begegnet: „Wie soll es denn Weiterentwicklung geben, wenn man nur über Stärken spricht.“ Das zeigt letztendlich genau die Prägung, die in der Wirtschaft (noch) vorherrschend ist. Natürlich beschäftigen wir uns bei Positive Leadership ständig mit Herausforderungen, Problemen und Defiziten im Unternehmen.

Der wesentliche Unterschied ist aus meiner Sicht, dass wir uns immer wieder fragen, wer für die anstehenden Aufgaben seine Stärken wie einbringen kann. In Unternehmen wird das oftmals erschwert, wenn Aufgaben und Verantwortungen in Stellenbeschreibungen fest fixiert sind. Und Mitarbeiter diese vorgeschriebenen Stellen dann komplett ausfüllen müssen. Oder vielleicht dann so tun müssen, als könnten sie das. Sonst droht der Gesichtsverlust.

Es steckt eine große Kraft darin, wenn alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis davon haben, was wer beitragen kann. Dadurch wird auch sichtbar, was wem weniger liegt. Bin ich in meiner Stärke, kann ich mit Belastung sehr umgehen – man blüht auf. Bin ich nicht in meiner Stärke, dann ist die Überforderung die Folge und man geht ein wie eine Primel.

Klingt interessant, aber…

Zu neuen Ansätzen gibt es immer noch viele Fragen. Jedes Unternehmen / Team kann bei Positive Leadership aus dem Vollen schöpfen, um das herauszuziehen, was zur Organisation, zur Kultur und den handelnden Personen passt. Wir stehen gerne für ein unverbindliches Kennenlernen zur Verfügung:

Udo Möbes, udo@moebes.de oder telefonisch (+4915254561004) oder
Dr. Markus Strauch, kontakt@markusstrauch.de oder telefonisch (+497617691630)